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Broschüre: Göttlicher Baugrund. Die Kultstätte für Isis und Mater Magna unter der Römerpassage in Mainz

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Publikationen der IRM
Broschüre: Göttlicher Baugrund. Die Kultstätte für Isis und Mater Magna unter der Römerpassage in Mainz


Autorin: Marion Witteyer
Verlag Philipp von Zabern 2003
20 Seiten
ISBN 3-8053-3150-9
Preis: 3,- €

Die Broschüre ist in Mainzer Buchhandlungen und in der "Taberna archaeologica" erhältlich.

Aus dem Inhalt:

Bei Rettungsgrabungen, die im Vorfeld der Errichtung der neuen Römerpassage durchgeführt wurden, kamen Funde und Befunde zutage, die für die Stadtgeschichte von Mainz eine wichtige Bedeutung und national sowie international für viel Aufsehen gesorgt haben. Bis Anfang 2001 wurde der Boden, über dem sich die ehemalige Lotharpassage befunden hatte, auf einer Gesamtfläche von 2000m² archäologisch untersucht. Entdeckt wurden dabei die baulichen Überreste eines römischen Heiligtums, das nach Ausweis der vor Ort gefundenen Inschriften der Göttin Isis und der Magna Mater geweiht war. Unter dem Heiligtum befand sich ein hallstattzeitliches Gräberfeld.

Das Heiligtum entstand im letzten Drittel des 1. Jhs. n.Chr., wobei die noch sichtbaren Grabhügel der Hallstattzeit abgetragen werden mussten. Es wies zwei Bebauungsperioden auf. Der von einer Mauer umschlossene Sakralbau bestand zuerst aus kleinen Rechtecktempeln. Im 2. Jh. n. Chr. wurde ein mehrgliedriger Bau errichtet, der eine eigene Brunnenstube besaß.

Im unmittelbaren Umfeld des Baus wurde zahlreiche mit kultischen Objekten verfüllte Schächte und Feuerstellen aufgedeckt. Hier brachten die Gläubigen ihre Opfer dar, vor allem in Form von Speisen.

Auf dem Geländes des Heiligtums fanden sich zudem eine größere Anzahl von Bleitäfelchen und zwei irdene Vodoo-Puppen, was darauf hindeutet, dass neben dem offiziellen Kult auch okkulte Zauberriten praktiziert wurden. Das Heiligtum wurde in der Regierungszeit der flavischen Kaiser errichtet. Darauf weist neben dem archäologischen Befund auch die Verbindung von Isis und Magna Mater hin. Die Göttin Isis war die Schutzgöttin der Flavier , Magna Mater die der kleinasiatischen Landschaft Troas, welche die Römer als ihre mythische Heimat betrachteten. Somit ist die Verbindung beider Göttinnen bzw. die gemeinsame Verehrung in einem Heiligtum als politische Botschaft an das römische Volk zu deuten.

Der in seinen Grundmauern konservierte Tempel der zweiten Bauperiode ist in der "Taberna archaeologica" der Öffentlichkeit zugänglich. Parallel dazu wird eine Dauerausstellung über die Funde aus dem Heiligtum informieren.




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